Montag, 4. Juli 2011

Athen

Am Samstag ging es los in Richtung Athen. Eine Stadt die zur Zeit sehr oft in den Nachrichten ist bezueglich Protesten und Demonstrationen, aber bereits bei der Ankunft musste ich mit meinem Koffer ueber den Parlamentsplatz spazieren und ausser ein paar Campern mit grossen Schriftzuegen (die ich leider nicht lesen kann ) keine Spur von Unruhen. Somit konnte ich mich getrost dem antiken Athen widmen! Bereits am ersten Abend habe ich mir das Akropolis Museum und das Dionysos Theater am Hang der Akropolis angeschaut. Ebenso wie den Turm der Winde auf der roemischen Agora und die Hadriansbibliothek. Schliesslich habe ich ja nur 2 Tage und ein Abend in Athen, das muss man dann natuerlich voll ausnutzen! Am Sonntag ging es dann frueh in Richtung Akropolis, aber der Reisefuehrer hat in einer Hinsicht voellig unrecht. Auch wenn man um 8 Uhr vor den Toren der Akropolis steht, gibt es schon sehr viele Reisegruppen die sich vor dem Eingang draengen um kurz nach Oeffnung der Tueren die Akropolis zu stuermen. Und man mag es kaum glauben, bereits um 8.30 Uhr auf der Akropolis verlaeuft man foermlich vor Hitze! Die Sonne brennt natuerlich gnadenlos auf den Felsen, trotzdem musste ich mir natuerlich alles ganz genau anschauen, bis ich dann nach knapp einer Stunde komplett von japanischen, chinesischen, franzoesischen, englischen und griechischen Reisegruppen umzingelt war, dass ich mich geschlagen geben musste. Weiter gings zur Agora, dort noch ins Museum (das leider nicht klimatisiert war), und nach einer Erfrischung haben wir (Tobias hat mich netterweise begleitet) uns dafuer entschieden, einen Abstecher in den Piraeus zu machen um uns das Meer und die grossen Schiffe anzusehen. Leider war es auch da ziemlich heiss, so dass wir ein weiteres Museum ausprobierten und voila! Klimaanlage!! Welch ein Segen! Das Museum hatte aber auch sonst viel interessantes zu bieten, unter anderem 3 komplette Bronzestatuen.

Nach einer Staerkung am Hafen ging es dann wieder zurueck nach Athen, wo wir uns noch etwas in den Strassen verweilten und die moderne Architektur anschauten. Danach kletterten wir auf den hoechsten Huegel der Stadt um uns die Aussicht anzusehen und 18 Uhr kam ich dann voellig k.o. wieder im Hostel an. Doch es waere ja langweilig den Abend im Hostel zu verbringen, also habe ich mir Picknick gekauft und bin noch einmal auf den Huegel gestiegen, da von dort ja der Sonnenuntergang wunderschoen sein soll! Ich konnte aber nicht nur den Sonnenuntergang von meinem Baenkli aus bewundern, sondern auch die olympische Fackel im antiken, auf modern gemachten Stadion. Zur Zeit finden hier naemlich die Special Olympics statt, so koennen sie die ganzen Bauten die fuer Athen 2004 errichtet wurden, mal wieder benutzen, der Grossteil rostet naemlich selten gebraucht vor sich hin. Welche Schande!
Vom Huegel aus, hoerte man auch gut die Protestrufe der Demonstranten die sich am Sonntagabend vor dem Parlament versammelt hatten. Die Polizei hatte alle Strassen rund um den Platz gesperrt und war mit einer Hundertschaft von Maennern rund ums Parlament in Alarmbereitschaft. Allerdings schien alles ruhig verlaufen zu sein, musste ich doch wieder ueber den Platz um zurueck zum Hostel zu kommen.

Heute ist nun mein letzter Tag hier in Athen. Auch wieder frueh aufgestanden, habe ich mir das Olympeion angeschaut, dann gings weiter zur roemischen Agora, zur Hadriansbibliothek, Kerameikos und auf dem Rueckweg ueber die Einkaufsmeile mit vielen suessen Kirchen und Moscheen in Richtung Post. Da habe ich dann eine geschlagene dreiviertel Stunde darauf gewartet bis ich 3 Briefmarken kaufen konnte (ja es kriegen nicht viele Leute eine Karte, nicht boese sein). Zum Mittagessen gab es dann ein Sandwich, dass ich auf dem grossen Olympia Gelaende von 2004 verspeist habe. Danach gings weiter ins archaeologische Nationalmuseum, das zum Glueck auch wieder klimatisiert war. Dort habe ich mir die ganzen Schaetze griechischer Kunst angeschaut ueber die ich sonst immer Referate halten musste an der Uni!

Und nun ist erst Fuenf aber ich werde keine grossen Spruenge mehr machen. Die Hitze geht einem echt auf die Energie wenn man so 2 Tage nacheinander unterwegs ist! Insofern, wuensche ich euch eine gute Zeit und vielleicht habe ich ja von der Grabung auch mal Zeit wieder zu bloggen!

Mittwoch, 15. Juni 2011

Ohne Kommentar

 

Eltern in Küssnacht empört: Lehrer liess schlechte Schüler ausbuhen

Wie weit darf ein Lehrer gehen? Die Behandlung von Schülern gibt in Küssnacht zu reden.
Darf ein Lehrer seine Schüler blossstellen?

In Küssnacht mussten schlechte Primarschüler während dem Unterricht auf den Stuhl stehen. Sie wurden auf Befehl des Lehrers von ihren Klassenkameraden ausgebuht. Die Schulleitung intervenierte.
Küssnacht. – Kinder mit guten Leistungen stehen auf den Stuhl, die Mitschüler müssen ihnen applaudieren. Kinder mit schlechten Leistungen müssen ebenfalls auf den Stuhl stehen. Der Lehrer fordert die Klassengspändli auf, diese auszubuhen. Kinder mit ganz schlechten Leistungen müssen auf den Boden liegen und vor der Klasse weinen. Das sorgte in Elternkreisen für Empörung.

«Nicht optimal verhalten»
«Auch langjährige und verdienstvolle Lehrpersonen können sich in Einzelfällen manchmal nicht optimal verhalten», sagt Schulpräsident Emil Looser zum Verhalten des Lehrers. (red)

Quelle: http://www.bote.ch/page/newsticker/index.cfm?id=75016&newsRessort=region

Freitag, 10. Juni 2011

I fly climate neutral

Steht auf einem Anstecker, den wir von Kuoni erhalten haben. Hintergrund: Wir fliegen mit Swiss nach Mallorca.

Und so sieht der hübsche Anstecker aus:


Doch was bedeutet das konkret? Der Begriff klimaneutral bezeichnet Prozesse bei denen das atmosphärische Gleichgewicht   durch den Ausstoss von CO2 oder anderen schädlichen Gasen nicht verändert wird. Konkret heisst das laut Wikipedia: "Prozesse werden also als klimaneutral bezeichnet, wenn keine klimarelevanten Gase entweichen, oder ausgestoßene Gase an anderer Stelle wieder eingespart werden". Wobei besonders der zweite Teil des Satzes interessant ist: Ausgestossene Gase die an anderer Stelle wieder eingespart werden? Das heisst, dass genauso viel CO2 bei einem "climate neutral flight" ausgestossen wird, aber die Fluggesellschaft, der Reiseanbieter oder sogar der Flugreisende selbst, die sogenannten Klimazertifikate (CER) kauft.
Viele Airlines bieten so auch direkt auf ihrer Homepage an, einen Anteil an so einem Zertifikat, entsprechend der, beim gewünschten Flug, ausgestossenen CO2 Menge, dazu zu kaufen. Man siehe bei Qantas oder bei Jet Netherlands.

Da stellt sich einem doch die Frage, wie sinnvoll sind diese Zertifikate wirklich? Man kauft sie von Staaten mit einem geringen CO2 Ausstoss für viel Geld ein, wie das beispielsweise die Schweiz, und kann dann getrost weiter CO2 produzieren.
So hat die Schweiz für 250 Millionen Franken 11.5 Millionen CER gekauft aus, von der UNO bewilligten, Klimaschutzprojekten. Finanziert wird das Ganze durch den Klimarappen, 1.5 Rappen pro Liter, auf Benzin und Dieselöl. Sonst würde die Schweiz das ihr bis 2012 gesetzte Ziel einer Senkung um 10 Prozent, gegenüber dem Niveau von 1990, nicht erreichen.

Doch noch besser machens die Australier, die wollen mit dem Abschlachten rülpsender Kamele zum Klimaschutz beitragen. Der Vorschlag: Für die getöteten Kamele sollen CO2-Zertifikate ausgegeben werden. Diese Idee wird bereits nächste Woche im Parlament besprochen und findet breite Zusage bei den Politikern. Grund dafür ist, dass die Zertifikate dann verkauft werden können und Geld bringen. Tatsächlich gelten Kamele in Australien als Klimasünder weil sie im Jahr 45 Tonnen Methan ausstossen und in Australien leben ca. 1.2 Millionen Kamele in freier Wildbahn. Sie werden dort auch zur Plage, weil sie die sowieso schon karge Vegetation abfressen und die wenigen Wasserstellen leertrinken.




Somit werde ich also klimaneutral fliegen und muss kein schlechtes Gewissen haben, dass ich die Umwelt zerstöre, schliesslich Zertifikate gekauft! Aber nun werde ich stattdessen ein schlechtes Gewissen haben, weil wegen meinem Flug vielleicht Kamele sterben mussten (oder bald werden)! Was für eine Umverteilung schlechten Gewissens.....



Freitag, 27. Mai 2011

Danke an alle Leser!

Seit einigen Tagen bin ich nun, zumindest physisch, wieder in der Schweiz angekommen. Es wird aber wahrscheinlich noch etwas dauern bis ich mich an die ungewohnten Zustände in der Schweiz gewöhnt haben werde. Halten doch tatsächlich Autos an wenn man an einem Zebrastreifen steht! Ja wo gibts denn sowas?! Nach ein paar Sekunden zögern fällt mir dann jeweils ein, ach hier müssen sie ja die Fussgänger respektieren. Trotzdem renne ich häufig noch vor den Autos davon weil ich nicht überfahren werden will, obwohl die mich ja sowieso über die Strasse lassen...
Was aber wirklich gewöhnungsbedürftig ist, sind die saftigen Preise! Glücklicherweise spuckt mein EC-Kärtchen weiterhin brav Geld ;-)

Aber an dieser Stelle möchte ich eigentlich all den fleissigen Lesern danken, die meinen Blog über so lange Zeit verfolgt haben. Jetzt wird hier erst einmal wieder etwas Ruhe einkehren, bin doch tatsächlich etwas Blog-Müde geworden. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass in der Schweiz viel weniger Blogenswertes passiert ;-))

Doch weil die Reise so schön war gibts hier von jedem Monat noch das BILD DES MONATS ;)



Januar: Ushuaia (Tierra del Fuego, Argentinien)

Februar: Geysirs del Tatio (San Pedro de Atacama, Chile)

März: Salar de Uyuni (Bolivien)



April: Machu Pichu (Peru)

Mai: Mitad del Mundo (Quito, Ecuador)

PS: Weil ich das Design langsam nicht mehr sehen kann gabs jetzt mal wieder ein neues! ;)

Donnerstag, 19. Mai 2011

Quito & die Mitte der Welt

Seit Montag machen wir nun die Strassen von Quito und die nähere Umgebung unsicher. Am Dienstag waren wir in der Altstadt und haben uns einige (wenige) der 86 Kirchen Quitos angesehen. Generell sind sie in Quito weniger goldig und kitschig als im Rest von Südamerika, allerdings für meine Verhältnisse teilweise immer noch zu überladen.
Viel sind wir gelaufen, durch Strassen mit schönen Kolonialhäusern, entlang unglaublich stark befahrenen Hauptstrassen, sowie durch Souvenirläden und Kirchen. Die Altstadt wird dominiert auf der einen Seite von der Virgen von Quito die auf einem Hügel trohnend über die Stadt wacht und auf der anderen Seite von der Basilika, die mit ihren hohen Türmen, auf einem Hügel stehend, von weit her sichtbar ist.
Aber nicht nur die Altstadt hat Attraktionen zu bieten, auch die Neustadt ist nicht zu verachten. Vor allem das Viertel La Mariscal, wo sich sehr viele Restaurants, Bars und Clubs befinden, also sozusagen das Ausgehviertel von Quito.
Neben Alt- und Neustadt haben wir uns noch den botanischen Garten angesehen, wo es eine Bonsai-Ausstellung gab, was vor allem Bea sehr spannend fand. Ich versuchte eine der tieffliegenden Iberia Flugzeuge zu fotografieren, aber leider kamen in der Zeit nur Kleinflugzeuge. Natürlich flog dann eine Iberia über unsere Köpfe hinweg als ich es aufgegeben hatte und meine Kamera wieder in der Tasche verstaut hatte. Pah! ;)
Der Flughafen hier in Quito liegt wirklich mitten in der Stadt! Man kann eigentlich im ganzen Süden der Stadt die Flugzeuge beim Anflug beobachten, schliesslich erstreckt sich die Stadt über 47km von Norden nach Süden.

23 Kilometer ausserhalb von Quito befindet sich die Mitte der Welt, der Äquator, das Mitad del Mundo Monument. Mit Metrobus und Mitad del Mundo Bus haben wir uns für 40 Cent ein Weg heute dort hinbegeben (Ecuador und öffentlicher Verkehr hat den Touristen-Dummie-Test bestanden, wir sind nicht zu weit gefahren ;)). Eine kleine Stadt rund um die Äquatorlinie hat uns dort erwartet mit Restaurants, Souvenirshops, Museen und natürlich dem Monument mit der Erdkugel mitten auf der Äquatorlinie. Im Innern dessen befindet sich ein Etnografisches Museum, dass die unterschiedlichen Kulturen Ecuadors aufzeigt.
Zum Glück sind wir früh aufgestanden, so konnten wir viele Bilder machen ohne überall andere Leute drauf zu haben! Die werde ich dann bei Gelegenheit auch noch hochladen :-)
Erstaunlicherweise hat es mich auf dem Äquator nicht in eine Richtung gezogen, ich würde also sagen, meine Präferenzen für die Nord- und die Südhalbkugel sind etwa ausgeglichen. Obwohl ich mich natürlich freue mich wieder für längere Zeit auf die Nordhalbkugel zu begeben.

Morgen werden wir nun noch mit dem Teleferico auf den Hügel hochfahren um die schöne Aussicht zu geniessen. Den Cotopaxi haben wir zum Glück heute schon mal gesehen, für den Fall dass es Morgen zu dunstig ist :)
Danach werden wir noch ins Wassermuseum gehen und unsere Kleider abgeben um Platz im Koffer zu machen für die vielen Souvenirs :-)

Dienstag, 17. Mai 2011

Otavalo - Nicht nur Souvenirs ;)

Ja, Otovalo ist tatsächlich ein riesiger Markt am Samstag! Trotzdem ist es mir gelungen nur wenig Geld auszugeben und das Gewicht des Koffers durch irgendwelche unnützen Dinge nicht noch stärker zu vergrössern. (Ich brauche nicht zu erwähnen, dass man hier auch schon für wenig Geld viel bekommt oder? ;))
Aber abgesehen von diesem Markt-Erlebnis der besonderen Art hat vor allem die Umgebung Otavalos einiges zu bieten. So haben wir am Sonntag einen Ausflug zum Wasserfall von Peguche gemacht und sind von da aus dann zur Laguna San Pablo gelaufen, bis wir einen Wegweise zur Parque Condor gesehen haben. Auf dem Hügel zwischen Otavalo und der Laguna San Pablo gelegen, bietet der Park kranken Vögeln ein Zuhause. Gleichzeitig gibt es aber auch ähnlich wie im Zoo viele Vögel in verschiedenen Volièren. Sehr beeindruckend fanden wir einen Raubvogel der von weitem aussah wie ein wuschliger Bär. Sein wissenschaftlicher Name: Harpia harpyja, Lebensraum: Die Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Der Vogel mit einer Höhe von 86 - 100cm, jagt auch grössere Säugetiere wie Faultiere.
Das Exemplar das wir im Parque Condor gesehen haben, ist wegen einem gebrochenen Flügel bereits seit über 20 Jahren in Gefangenschaft. Es handelt sich um ein Weibchen mit dem Namen Olafa und sie ist bereits mehrfache Grossmutter, ihre Kinder und Enkel leben allerdings in der freien Natur.

Olafa im Parque Condor
Vom Condor-Park hatten wir dann eine Mitfahrgelegenheit im Pick-Up eines netten Ecuadorianischen Pärchens bis Otavalo. Wieder zurück in Otavalo sind wir erstmal etwas Kleines Essen gegangen um dann mit Entsetzen festzustellen, es hatte nicht nur am Morgen keinen Strom, sondern es hat den ganzen Sonntag über keinen Strom!
Zu Beginn war es ja noch hell draussen, da konnte man gut lesen, aber so um 4 als es angefangen hat zu regnen, mussten wir die Taschenlampen hervorholen, die dann leider um 6 auch den Geist aufgegeben hatten. Also so ganz ohne Strom kann es einem echt langweilig werden, wenn man darauf nicht vorbereitet ist. Wir hatten keine Kerzen, kein Licht zum lesen, kein TV (weil ja kein STrom) also haben wir beschlossen früh Essen zu gehen in der Hoffnung dass dann später wieder Licht brennt.
Im Restaurant hatte es natürlich auch kein Licht, aber Kerzen haben gereicht und eine Pizza konnten sie uns auch auf den Tisch zaubern. Und tatsächlich: Just in dem Moment als wir zum Restaurant hinausgehen wollen kommt das Licht wieder! So konnten wir im Schein der STrassenlaternen zurück zum Hostel laufen und noch einen Film am Fernsehen schauen, den wir ganz für uns hatten, wie das gesamte Hostel. :-)

Nun sind wir wieder in Quito und geniessen bei (hoffentlich) schönem Wetter die Attraktionen der Stadt und der Umgebung.